Ziel des Arbeitskreises

Der Arbeitskreis Orangerien in Deutschland e.V. widmet sich seit mehr als 20 Jahren der Förderung der Orangerien, ihrer ursprünglichen Bewirtschaftung und ihrer Pflanzenbestände.

Jahrestagungen, Seminare und Exkursionen

Die Jahrestagungen des Arbeitskreises Orangerien finden an wechselnden Orten statt, die nach der Existenz bedeutender Orangerien und Kübelpflanzenbestände in Vergangenheit und Gegenwart ausgewählt werden.

Die Themen der Tagungen umfassen die kulturhistorische Bedeutung der Orangerien und der darin kultivierten Pflanzen, das Ensemble der historischen Schloss- und Gartenanlage, in der sich die Orangerie befindet, sowie auch die Pflanzenbestände, die Art ihrer Aufstellung im Garten einschließlich Fragen technischer Lösungen wie Heizung, Lüftung und Transport der Kübelpflanzen. Intensive Besichtigungen an Ort und Stelle, wozu auch die Betrachtung der in den Schlössern vorhandenen Kunstwerke gehört, der Erfahrungsaustausch zu Problemen der Pflanzenhaltung sowie Berichte aus den für die Überwinterung von Kübelpflanzen noch genutzten Orangerien vervollständigen das Programm.

Für die spezielle Erörterung der praktischen Probleme der Zitruskultur und des Pflanzenschutzes wurden 1998 die Charlottenburger Orangeriepflanzenseminare ins Leben gerufen.

Der Verein führt jährliche Exkursionen innerhalb Deutschlands sowie in unregelmäßiger Folge Auslandsexkursionen in die europäischen Nachbarländer durch.

Ausstellungen

Der Arbeitskreis ist an der Konzeption von Ausstellungen zur Orangerie-Kultur in Schwetzingen und Potsdam sowie ihrer Kataloge beteiligt. Weiterhin gilt die wissenschaftliche Arbeit einzelner Mitglieder den Themen Zitruspflanzen in der Kunst, historische Pflanzenverwendung, abschlagbare Pomeranzenhäuser, Stellung der Orangerien im Ensemble, historische Pflanzgefäße, Erfassung aller Orangerien in der Bundesrepublik.

Orangerie - Pflanzensammlung

Orangenbäume gehörten zu den wichtigsten Elementen der Gartenanlagen des 17. und 18. Jahrhunderts. Kein barocker Garten ohne die meist aus Italien eingeführten Bäume! Die in Gefäßen oder Kübeln kultivierten Zitruspflanzen mit ihrem dunkelgrünen Laub, die gleichzeitig blühen und Früchte tragen, bildeten den beweglichen Bestandteil des barocken Gartens. Im Sommer im Parterre aufgestellt, gaben die markanten, hochstämmigen Bäume mit regelmäßig beschnittenen Kronen dem Freiraum Rhythmus und Struktur. Zu verschiedenen festlichen Anlässen unterschiedlich arrangiert, sorgten sie für ständige Abwechslung.

Orangerie - Herrscherallegorie

Hoch geschätzt und gleichermaßen kostbar wegen ihrer vielseitigen Nutzbarkeit, ihrer Empfindlichkeit gegenüber dem mitteleuropäischen Klima, der Schönheit ihres Wuchses, waren sie auch Sinnbild für die Unsterblichkeit des Herrscherhauses. Große symbolische Bedeutung besaß die Orangerie durch ihren Bezug zum griechischen Herkules-Mythos. Die Früchte der Zitruspflanzen galten als die goldenen Äpfel, die Herkules als eine von zwölf Aufgaben für den Herrscher Eurystheus aus dem Garten der Hesperiden holen sollte. So erlaubte die Pflanzensammlung die im Barock beliebte Gleichsetzung ihres Besitzers mit dem tugendhaften Held Herkules.

Orangerie - Kultur

Schöne und gesunde Kübelbäume zu erziehen, forderte des Gärtners höchste Kunst und das ganze Spektrum gärtnerischer Technik. Hierzu gehörte auch die Errichtung eines zweckentsprechenden Winterhauses. In der kalten Jahreszeit wurden die Kübelpflanzen, zu denen auch andere fremdländische Gewächse gehörten, in den meist beheizbaren Orangerien aufgestellt.

Orangerie - Bauten

Zahlreiche dieser Bauten entstanden während des 17. und 18. Jahrhunderts. Ihre Gestaltung reicht vom einfachen, auf jede Ausschmückung verzichtenden Winterhaus bis hin zu aufwendig gestalteten Orangerie-Schlössern. Beispiele hierfür finden sich in Potsdam, Dresden und Hannover.

Die Orangerie war in vielen Fällen ein zentrales Gestaltungselement des Gartens, das neben der Konservierung der kostbaren Kübelpflanzen oft auch höchsten ästhetischen Ansprüchen gerecht werden sollte. Das im Sommer leerstehende Gebäude konnte als Festsaal beispielsweise für Bankette und Theateraufführungen verwendet werden.

Viele der mehr als 300 heute noch vorhandenen Orangerien sind in ihrem Bestand bedroht.

Forum zur Erhaltung von Orangerien und ihrer Pflanzenbestände

Aus der Sorge um die Erhaltung der Orangeriegebäude, ihrer Nutzung sowie der Pflanzenbestände entstand der Wunsch nach einem kontinuierlichen Erfahrungsaustausch und einer fachlichen Qualifikation der in historischen Gärten und Orangerien Tätigen. Der Arbeitskreis Orangerien in Deutschland gibt diesem Wunsch ein Forum.

Denkmalpflegerische Förderung

Der eingetragene Verein wurde 1993 in Potsdam gegründet. Hervorgegangen aus dem bereits seit 1979 in der ehemaligen DDR tätigen Arbeitskreis, verfolgt der gemeinnützige Verein das Ziel der denkmalpflegerischen Förderung der Orangerien, ihrer ursprünglichen Bewirtschaftung und ihrer Pflanzenbestände.

Unterstützung von Erhaltung und Pflege

Er unterstützt und fördert die Erforschung, die Wiederherstellung, die Unterhaltung und Pflege historischer Orangerien, Gewächshäuser und der dazugehörigen Anlagen. Zudem bemüht er sich um die Bewahrung des berufspraktisch-gärtnerischen Fachwissens, alter Traditionen und Arbeitsweisen bei der Kultur von Orangeriepflanzen, Gefäßen, Werkzeugen und Bauwerken. Hierzu führt er regelmäßig wissenschaftliche Tagungen, Fortbildungen und Exkursionen durch.

Internationaler Erfahrungsaustausch

Der Arbeitskreis Orangerien hat mittlerweile mehr als 80 Mitglieder aus dem gesamten Bundesgebiet und den angrenzenden europäischen Ländern. In dem Verein arbeiten Interessierte aus den verschiedensten Bereichen mit. Das Spektrum reicht von in den Orangerien tätigen GärtnernInnen, über LeiterInnen historischer Gartenanlagen bis hin zu DozentenInnen an Universitäten.

Beratung

Daneben berät der Verein Eigentümer, Nutzer und Architekten in allen Fragen, die mit der Sanierung, Neunutzung und Restaurierung von Orangeriegebäuden zu tun haben. Zu erwähnen sind hier u.a. die Orangerien in Bendeleben, Schwetzingen, Großsedlitz, Oranienbaum und Bad Muskau.

Restaurierung

Auf Initiative des Arbeitskreises werden Pflanzgefäße nach historischen Vorbild neu angefertigt, alte Orangeriegeräte restauriert und das Modell eines Aloe-Turmes für Weimar erstellt.

Forschung und Öffentlichkeitsarbeit

Nicht zuletzt die Arbeit des Vereins hat dazu beigetragen, den noch erhalten gebliebenen Orangeriebeständen mehr Aufmerksamkeit zu widmen sowie die kostbaren Pflanzensammlungen zu erhalten und wieder zu vergrößern.

Die Ergebnisse der Jahrestagungen des Arbeitskreises Orangerien werden in einer unregelmäßig erscheinenden Schriftenreihe veröffentlicht. Bisher liegen vier Bände vor und sind über den Vorstand des Vereins zu beziehen.